Kiefergelenk (CMD)

Die craniomanibulare Dysfunktion (CMD) ist ein weit gefasster Begriff, der Erkrankungen des Kiefergelenks und der damit verbundenen anatomischen Strukturen umfasst.
Die Störung kann aufgrund von Entzündungen, inneren strukturellen Veränderungen oder Degenerationen intraartikulär (im Gelenk) liegen, oder sie kann aufgrund eines Ungleichgewichts oder einer Überaktivität der Kiefermuskeln, üblicherweise der Kau- oder der Halsmuskulatur, extraartikulär (außerhalb des Gelenks) liegen. Es besteht eine starke Korrelation zwischen posturaler Dysfunktion der Halswirbelsäule und CMD. Es gibt zahlreiche andere Erkrankungen, die Schmerzen in der Kiefergelenksregion verursachen können.
Es ist wichtig, eine genaue Diagnose zu stellen, um sicherzustellen, dass die richtige Behandlung gegeben erfolgt und potenziell ernsthafte Probleme nicht übersehen werden.

Behandlung einer CMD

Eine physiotherapeutische Behandlung ist sehr effektiv bei der Linderung und Behandlung einer CMD, auch wenn die Symptome langwierig und schwerwiegend sein sollten.
Bei entsprechender Physiotherapie sehen die meisten Patienten innerhalb von 3 bis 6 Wochen eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome.
Die Behandlung muss die in der Anamnese und Befundung festgestellten Probleme angehen. Wenn die Symptome des Patienten akut und entzündlich sind, sollte die Behandlung vorsichtig verlaufen, um zuerst Schmerzen, Schwellungen und Muskelkrämpfe zu lindern. Wenn der Schmerz nachlässt, wird damit begonnen, die Bewegung und Ausrichtung des Kiefers wiederherzustellen. Die Behandlung kann eine Weichteiltherapie an den betroffenen Muskeln und Techniken zur Gelenkmobilisierung umfassen. Es ist auch wichtig, damit verbundene Nackenschmerzen und Kopfschmerzen zu behandeln. Dem Patienten werden zusätzlich Übungen beigebracht, um die Koordination, Stabilität und Ausrichtung des Kiefers zu verbessern.
Wenn der Patient Anzeichen von Schlaf-Bruxismus hat, sollte mit seinem Zahnarzt besprochen werden, ob eine Okklusionsschiene für ihn geeignet ist. Okklusionsschienen halten das Kiefergelenk etwas auseinander, während der Patient unbewusst mit den Zähnen knirscht oder beisst, wodurch die Kompression des Kiefergelenks verhindert wird. Dies kann dazu beitragen, die Kiefermuskeln zu entspannen und Schwellungen und Entzündungen zu reduzieren. Es gibt einige Belege dafür, die Verwendung von Schienen zu unterstützen, um die langfristige Degeneration von Kiefergelenk, Diskus und Zähnen zu reduzieren. Andere Zahnprobleme wie schmerzhafter Karies oder ungleichmäßiges Kauen, fehlende Zahnhöhe oder fehlende Zähne, müssen möglicherweise ebenfalls angegangen werden.

Dem Patienten werden Strategien beigebracht, die ihm helfen sollen seinen Zustand zu verbessern. Dies kann ein Aufklärungsgespräch, langfristiges Fortbestehen eines Heimübungsprogramms, gute Schlafgewohnheiten einschließlich Schlafpositionen, Stressbewältigung und Ernährungsumstellung beinhalten – eine weiche Nahrungsmitteldiät bei akuter Erkrankung kann dazu beitragen, Schmerzen und Schwellungen schneller zu reduzieren.
Es sollten auch Möglichkeiten vermittelt werden, die Belastung des Kiefergelenks zu reduzieren, indem zum Beispiel das Kinn nicht längerfristig auf der Hand ruht, das Kauen auf Stiften und Nägeln unterbunden wird.

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